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Katholiken unzufrieden mit der Kirche

Erschienen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (28.01.2011)

Von Martin Benninghoff

Köln. Im Zusammenhang mit den sexuellen Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen ist eine Mehrheit der Deutschen von gut 68,1 Prozent der Meinung, die katholische Kirche trage nicht konstruktiv zur Aufklärung bei. Unter den Katholiken sind dies 62,7 Prozent. Dies ergab eine aktuelle, repräsentative Omniquest-Umfrage unter 1000 Personen im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeiger.“
Noch deutlicher ist die Ablehnung der Ehelosigkeit von Priestern. Über 84 Prozent der Deutschen halten den Zölibat für überholt, gut drei Viertel der Katholiken sind dieser Meinung (76,1 Prozent). Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ soll sich Papst Benedikt XIV. als junger Theologe ebenfalls dafür eingesetzt haben, dieses kirchliche Gesetz zu überdenken. Demnach soll er unter anderem mit der Sorge über Mangel an Nachwuchspriestern argumentiert haben.
Angesprochen auf eine jüngst vom Papst angesprochene strengere Prüfung von Heiratswilligen auf die Motive für ihre Eheschließung, verhält sich eine deutliche Mehrheit von 78 Prozent der Deutschen ablehnend. Niemand könne das Recht auf eine kirchliche Hochzeit beanspruchen, hatte der Papst am vergangenen Samstag gesagt. Eine strenge Prüfung der Überzeugungen könne verhindern, dass sie „aus emotionalen Impulsen oder oberflächlichen Gründen eine Verpflichtung eingehen, die sie anschließend nicht einhalten können“.
Eine deutliche Mehrheit der Befragten hält die evangelische Konfession für zeitgemäßer als die katholische. (mit afp, epd)
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