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Was soll zu verlieren sein?

Der frühere Außenminister Sigmar Gabriel ist nach Nordkorea gereist. Nicht alle waren über diese Einzelmission erfreut – dabei gibt es gute Gründe, den Kontakt zu suchen.

Bekanntlich ist das Private ja auch politisch – zumindest gilt dieser alte Sponti-Spruch, wenn ein früherer Außenminister „privat“ nach Nordkorea reist. Sigmar Gabriel hat es getan, ohne öffentlichen Auftrag, und sich mit dem mächtigen Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses in Pjöngjang, Ri Su-yong, getroffen. Den Diktator, Kim Jong-un, hat er nicht zu sehen bekommen.

Wie man so hört, war man im Auswärtigen Amt nur bedingt begeistert über den Solotrip des sendungsbewussten ehemaligen SPD-Vorsitzenden. Die deutsche Außenpolitik verhält sich vorsichtig im Umgang mit dem nordkoreanischen Regime, Spitzentreffen mit Kims Garde in Pjöngjang sollen tunlichst vermieden werden, um sie nicht noch weiter international aufzuwerten. Die Frage ist nur, ob das noch zeitgemäß ist, seit der amerikanische Präsident Donald Trump mit seiner offensiven Diplomatie Kim gegenüber eine andere Sprache spricht.

Solange sich an der offiziellen Außenpolitik in Berlin diesbezüglich nichts ändert, sind solche Reisen auf eigene Kappe eine gute Ergänzung. Gabriels Gesprächspartner Ri, der lange Zeit als Botschafter seines Landes in der Schweiz diente, ist die Kontaktspeerspitze seines Regimes ins Ausland.

Im vergangenen Jahr kontaktierte er sogar den ehemaligen DDR-Regierungschef Hans Modrow und lud ihn nach Pjöngjang ein, um die nordkoreanische Haltung im Atomkonflikt über diesen alten Kanal ehemaliger sozialistischer Bruderländer in den Westen hinein zu ventilieren. Auch bei den Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung spielte er eine wichtige Rolle.

Lesen Sie hier den vollständigen Kommentar bei der F.A.Z.

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