{"id":1664,"date":"2016-06-03T10:49:12","date_gmt":"2016-06-03T08:49:12","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=1664"},"modified":"2016-06-03T10:50:20","modified_gmt":"2016-06-03T08:50:20","slug":"1664","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=1664","title":{"rendered":"Jetzt antworten wir"},"content":{"rendered":"<div class=\"\">\n<p class=\"First PreviewPagemarker\"><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/fluechtlinge-und-integration-jetzt-antworten-wir-14250321.html\">Erschienen bei FAZ.NET (03.06.2016) <\/a><\/p>\n<p class=\"First PreviewPagemarker\"><em>Von Martin Benninghoff<\/em><\/p>\n<p class=\"First PreviewPagemarker\"><strong>In der Fl\u00fcchtlingsdebatte haben sich manche Leser und Journalisten entfremdet. Im ersten Teil haben wir bei Lesern nachgefragt, warum das so ist. Im zweiten Teil nehmen wir Stellung \u2013 zu zwei besonders hei\u00df diskutierten Aspekten.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p id=\"pageIndex_1\" class=\"First PreviewPagemarker\">Es ist die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis, die wir als Journalisten beherzigen sollten: Viele Leser wollen bei kontroversen Themen wie Einwanderung, Integration und Fl\u00fcchtlingspolitik mitreden, ohne von oben herab belehrt zu werden. Und sie, die im Normalfall kaum M\u00f6glichkeiten haben, ihre Ansichten publikumswirksam einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bekanntzumachen, brauchen daf\u00fcr Plattformen, die eine gr\u00f6\u00dfere Strahlkraft nach au\u00dfen haben als der heimische Esstisch, das private Profil bei Facebook oder das eigene Internetblog.<\/p>\n<p>Das zeigen auch die vielen Kommentare, die auf den Artikel <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/fluechtlingskrise\/leser-reaktionen-auf-fluechtlingskrise-islam-in-deutschland-14206348.html\">\u201eJetzt reden die Leser\u201c bei FAZ.NET<\/a> eingegangen sind. Darin ging es um die atmosph\u00e4rischen St\u00f6rungen zwischen manchen Lesern und Journalisten im Streit um eine angemessene Fl\u00fcchtlings- und Integrationspolitik. Die Resonanz war gro\u00df: Mehr als 400 ver\u00f6ffentlichte Lesermeinungen gingen im Forum von FAZ.NET ein, dazu kommen weitere 150, die nach den Richtlinien der Forumsmoderation nicht freigeschaltet wurden. Zudem erreichten uns Dutzende Mails sowie Nachrichten via Facebook und <a class=\"rtr-entity\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/twitter\" data-rtr-id=\"d9397d4bad5ce56be763ffc86ee6bc5eacb562bb\">Twitter<\/a>. Und ein Brief. Auf echtem Papier.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst: Die Leser begr\u00fc\u00dfen es, wenn ihre Meinungen gelesen, kommentiert und beantwortet werden. Ein Leser, der f\u00fcr viele Einsendungen repr\u00e4sentativ stehen k\u00f6nnte, bringt es auf den Punkt: \u201eMan ist doch meist sehr frustriert, weil man selbst nicht wirklich vom Autor eine Art Reaktion erfahren kann. Man hat stets das Gef\u00fchl, einen Zettel in einen \u201aBeschwerdekasten\u2018 f\u00fcr immer zu versenken.\u201c<\/p>\n<p>Es lohnt sich, zwei dieser \u201eBeschwerden\u201c an der Berichterstattung von FAZ.NET und anderen Medien exemplarisch herauszugreifen und n\u00e4her zu betrachten, weil sich darauf viele Leser im Forum (was allein noch nichts \u00fcber die Meinungen der B\u00fcrger insgesamt aussagt) einigen k\u00f6nnen \u2013 mit dem Versuch einer Einordnung aus der Sicht eines zust\u00e4ndigen Redakteurs:<\/p>\n<p><strong>Streitpunkt 1: Sollen wir immer \u00fcber Herkunft und Religion berichten? Oder nur in begr\u00fcndeten F\u00e4llen bei Sachbezug zum Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Einige Leser wollen immer und in jedem Zusammenhang \u00fcber die Herkunft von Menschen, die in unseren journalistischen Beitr\u00e4gen vorkommen, unterrichtet werden. Einer schreibt: \u201eWarum werden nicht generell Angaben zu Herkunft und Religion gemacht? So selbstverst\u00e4ndlich wie \u00fcber das Geschlecht und das Alter berichtet wird?\u201c Ein anderer bl\u00e4st ins selbe Horn: \u201eIch lese Zeitung, weil ich detailliert informiert werden m\u00f6chte. Dazu geh\u00f6ren Tatsachen, dass ein Inder Chef von SAP wird, welche Nationalit\u00e4t ein Straft\u00e4ter hat oder welches Geschlecht jemand hat, der in den Aufsichtsrat gew\u00e4hlt wird.\u201c<\/p>\n<p>In der Tat, in einer perfekten Welt, in der weder Klischees noch tiefsitzende Ressentiments gegen\u00fcber einzelnen Menschengruppen existierten, in der die Menschen die Dinge gleichsam differenziert und neutral bewerteten, m\u00fcsste man den beiden genannten Lesern vorbehaltlos zustimmen. W\u00fcrde das Kriterium Herkunft nur halb so unschuldig daherkommen wie die beiden augenscheinlich meinen, w\u00e4re vieles leichter.<\/p>\n<p>Leider ist dem nicht so, wie die Vielzahl von Kommentaren zeigt, die Journalisten \u2013 und wir auch \u2013 t\u00e4glich in den Foren ihrer Artikel oder auf einschl\u00e4gigen Blogs lesen. Ein dritter Kommentar eines Lesers macht das deutlich: \u201eDa das Thema \u201aAusl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\u2018 ja von h\u00f6chstem Interesse ist, ist die Nennung des meist muslimischen Hintergrundes von gro\u00dfer Relevanz und hat sehr wohl mit den Taten etwas zu tun.\u201c Ein Satz mit gef\u00fchltem Ausrufezeichen, der als Feststellung daherkommt \u2013 und doch eine Behauptung ist.<\/p>\n<p><strong>Derzeit ist der Islam an fast allem schuld<\/strong><\/p>\n<p>Was sagt uns der behauptete Zusammenhang zwischen \u201emuslimischem Hintergrund\u201c und \u201eAusl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\u201c \u00fcber die Ursachen von Kriminalit\u00e4t, \u00fcber Milieus in deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten, in denen Gewalt gedeiht? Wer glaubt ernsthaft, dass solche Ursachen \u00fcberwiegend\u00a0 in den religi\u00f6sen Texten einer Weltreligion zu suchen sind, zumal jene gemeinten T\u00e4ter m\u00f6glicherweise herzlich wenig mit der Religion am Hut haben, mit der sie von au\u00dfen in Verbindung gebracht werden (und die sie andersherum f\u00fcr sich m\u00f6glicherweise selbst reklamieren)? So pauschal kann man das jedenfalls nicht behaupten. Derzeit ist der Islam an fast allem schuld \u2013 damit reduziert man zwar die Komplexit\u00e4t jedes Themas, nur in der Ursachenforschung kommt man keinen Schritt weiter.<\/p>\n<p>Anders ist es, wenn der Sachbezug zur Herkunft und zur Religion klar gegeben ist: Wenn ein rachs\u00fcchtiger Bruder seine Schwester ermordet, weil diese ein \u201ewestliches\u201c Leben lebt, wenn<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/nach-uebergriffen-in-darmstadt-frauenrechte-sind-anzuerkennen-14266866.html\"> Frauen im Namen einer patriarchalen Islaminterpretation unterdr\u00fcckt oder bel\u00e4stigt<\/a> und in der K\u00fcche oder im Keller versteckt werden, oder selbst ernannte Salafisten Jungs in Dinslaken f\u00fcr den IS in Syrien und Irak rekrutieren, dann sind Herkunft und Religion nat\u00fcrlich bedeutsame Details in der Berichterstattung.<\/p>\n<p>Genau diese Abw\u00e4gung schl\u00e4gt der Deutsche Presserat in seiner Empfehlung vor: Auf die Herkunftsinformationen sollten Journalisten ja nur dann verzichten, \u201ewenn die Diskriminierungsgefahr h\u00f6her zu veranschlagen ist als die Information zum Verst\u00e4ndnis des berichteten Vorgangs beitr\u00e4gt\u201c. Und das kann der Journalist nur im Einzelfall entscheiden.<\/p>\n<p>Falsch und fatal w\u00e4re es, aus Angst vor falschen und pauschal-diskriminierenden Schl\u00fcssen einiger Leser Herkunft und Religion per se zu verschweigen.<\/p>\n<p>Genauso falsch w\u00e4re es aber, in jedem Fall auf die Herkunft eines Straft\u00e4ters oder die Religion abzuheben: Mag ein Ladendieb der Nachfahre marokkanischer Einwanderer sein, so erkl\u00e4rt weniger die Herkunft der Familie, warum er kriminell wurde, als vielmehr seine eigene Geschichte in einem \u2013 sagen wir \u2013 K\u00f6lner Problemviertel. Oder wollen wir K\u00f6ln als Herkunft auch gelten lassen? Jeder kann eine Meinung haben, nur der Journalist hat die professionelle Aufgabe, an diesem Punkt genau hinzuschauen und zu differenzieren.<\/p>\n<p><strong>Raus aus den Kampfzonen<\/strong><\/p>\n<p>Auch Journalisten sind Menschen. Sie pr\u00e4gt die Erfahrung \u00fcbler Zuschriften und regelrechter Shitstorms. Die Macher bestimmter Seiten im Netz sind nicht empf\u00e4nglich f\u00fcr Dialogversuche, sie sind gar nicht an Gespr\u00e4chen interessiert \u2013 sie wollen nur ihre manich\u00e4ische Weltsicht von Gut und B\u00f6se aufrechterhalten und die Gesellschaft weiter bis \u00fcber jegliche Schmerzgrenze hinaus polarisieren.<\/p>\n<p>Aus der Erfahrung permanenter Angriffe heraus ziehen sich manche Journalisten aus den Kampfzonen heraus, und die gutmeinenden und an ernsten Gespr\u00e4chen interessierten Leser wundern sich, dass ihre Kommentare ungeh\u00f6rt verhallen. Diese Entwicklung wollen wir nicht, und deshalb moderieren wir die Lesermeinungen bei FAZ.NET \u2013 ein weiterer Aspekt, der die Leser in ihren Zuschriften stark umtreibt.<\/p>\n<p><strong>Streitpunkt 2: Sollen wir die Kommentare im Leserforum grunds\u00e4tzlich freischalten, oder funktioniert Leserbeteiligung nur moderiert?<\/strong><\/p>\n<p>Ein Leser, stellvertretend f\u00fcr viele andere, schreibt: \u201eDas kommentarlose L\u00f6schen eines Kommentars, in dem ja nicht nur eine pers\u00f6nliche Mitteilung steckt, sondern auch geistige Arbeit, das empfinde ich als\u2026schmerzhaften Akt der Kr\u00e4nkung.\u201c Die Leserin B\u00e4rbel Schneider erg\u00e4nzt: \u201eWie soll man ins Gespr\u00e4ch kommen, wenn man als Leserin quasi mundtot gemacht wird und nicht einmal die Gr\u00fcnde daf\u00fcr erf\u00e4hrt? Kein Wunder, dass der Eindruck entsteht, eine echte Debatte sei nicht zugelassen.\u201c<\/p>\n<p>Sollte dieser Eindruck entstehen, so ist er nicht gewollt. Lesermeinungen sind heute wichtiger denn je, alleine schon deshalb, weil die Online-Welt viel mehr Platz f\u00fcr die Beitr\u00e4ge der Nutzer bietet. Viele Journalisten wollen in Kontakt mit den Lesern treten, sie moderieren in Foren oder antworten auf Leserzuschriften. Vergessen wir nicht: Als es ausschlie\u00dflich Zeitungen auf Papier gab, konnten B\u00fcrger allenfalls Leserbriefe schreiben, von denen nur ein Bruchteil abgedruckt wurde. Wir sprechen doch heute \u00fcber ganze andere, viel bessere Beteiligungsm\u00f6glichkeiten der Menschen.<\/p>\n<p>Der Austausch mit den Lesern bietet den Journalisten \u201eInput\u201c: durch Erg\u00e4nzungen und Korrekturen, Recherchehinweise und Quellen, m\u00f6gliche Zeugen und Hintergrundinformationen. Ein Leser regt vor diesem Hintergrund an, aus der F\u00fclle der Lesermeinungen m\u00f6gliche Autoren von Gastbeitr\u00e4gen zu akquirieren. Ein Konzept, das das soziale Netzwerk \u201eXing\u201c zumindest ansatzweise in seinem Debattenportal \u201eKlartext\u201c aufgreift.<\/p>\n<p><strong>Wir wollen keine Schlachten schlagen<\/strong><\/p>\n<p>Wie weit kann man sich davon als Zeitung inspirieren lassen? Ein Leser macht den Vorschlag: \u201eViele Menschen haben was zu sagen, weil sie das Gef\u00fchl haben, nicht geh\u00f6rt zu werden. Dabei zu helfen, das organisatorisch zu kanalisieren, w\u00e4re mal wirklich zukunftsweisend.\u201c Genau das versuchen wir als Journalisten: Wir geben den Lesern die M\u00f6glichkeit zum Mitdiskutieren, indem wir kanalisieren und die Debatten moderieren.<\/p>\n<p>Wir schauen dabei nat\u00fcrlich auf den Qualit\u00e4tsanspruch der Marke. Nicht jede Nachricht, \u00fcber die kaum Hintergr\u00fcndiges bekannt ist, muss deshalb zu kommentieren sein. F\u00fcr Lesermeinungen offen sind hingegen die hintergr\u00fcndigen, analytischen und meinungsstarken St\u00fccke mit Autorenzeile. Wir wollen keine Kriege und keine Schlachten schlagen, uns nicht gegenseitig abkanzeln und in Polemiken verlieren, sondern mit Sachargumenten streiten.<\/p>\n<p>Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre muss es leider ein paar Ausnahmen geben: Speziell\u00a0 bei den Themen Russland und Ukraine, Islam und Fl\u00fcchtlinge sowie Israel und Pal\u00e4stina erreichen die Leserredaktion sehr h\u00e4ufig extremistische Hetzbeitr\u00e4ge, die darauf abzielen, Personen oder Personengruppen in ihrer Menschenw\u00fcrde zu verletzen, herabzusetzen und frontal anzugreifen \u2013 das geht bis zu juristisch relevanten \u00c4u\u00dferungen.<\/p>\n<p>Dieser Hass treibt mitunter seltsame Bl\u00fcten: Zum Beispiel beobachten wir, dass die Autoren wahllos von einem Thema zum n\u00e4chsten springen. Handelt das St\u00fcck eigentlich von Vegetarismus, so ist der n\u00e4chste Assoziationsritter nicht mehr weit, der scheinbar m\u00fchelos eine Verbindungsbr\u00fccke zum Islam schl\u00e4gt (Ankn\u00fcpfungspunkte: Schweinefleisch in Schulkantinen oder auch Sch\u00e4chten). Hinzukommen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/automatisierter-hass-im-netz-dank-software-robotern-14245829.html\">computergenerierte Hasskommentare,<\/a> die im Sinne ihrer Auftraggeber das Meinungsbild in Foren einf\u00e4rben sollen.<\/p>\n<p>Ein Eindruck, den diese Leserin teilt: Einige \u201e\u00e4u\u00dfern sich zum Thema Syrien ganz einseitig, vor einigen Monaten war auch zum Thema Ukraine zu beobachten.\u201c In der Tat, die Diskussionsteilnehmer bleiben h\u00e4ufig unter sich, best\u00e4tigen und versichern sich gegenseitig, halten sich f\u00fcr eine (schweigende) Mehrheit.<\/p>\n<p>Wer zum Beispiel in der Fl\u00fcchtlingsfrage die durchaus nicht repr\u00e4sentative Meinungsvielfalt in Leserforen f\u00fcr bare M\u00fcnze nimmt, dem mag die vergleichsweise gro\u00dfe Meinungsvielfalt zu diesem Thema in der Presse \u2013 von \u201etaz\u201c bis \u201eJunge Freiheit\u201c und die vielen verschiedenen Standpunkte und Argumente, die in der FAZ ver\u00f6ffentlicht werden \u2013 fast schon wie ein einziger Linksruck vorkommen. Dieser Eindruck ist jedoch eine Wahrnehmungsverzerrung.<\/p>\n<p><strong>Moderation f\u00fcr gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Ausgewogenheit<\/strong><\/p>\n<p>Auch deshalb ist es aus journalistischer Sicht sinnvoll, in einem Leserforum durch Moderation f\u00fcr gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Ausgewogenheit und Vielfalt der Meinungen zu sorgen. Dass wir damit nicht falsch liegen, zeigt die gewisse Bandbreite im Leserforum: Immerhin findet sich dort \u2013 neben der Kritik, dass die B\u00fcrger mit ihren Sorgen und \u00c4ngsten zu wenig von den Medien wahrgenommen w\u00fcrden \u2013 auch die Kritik, dass \u201ein dieser Kolumne Leser\u201c vorgestellt werden, \u201edie offensichtlich ein rechtes Weltbild aufweisen, als ob es ganz normale Leute w\u00e4ren\u201c. Wer Feuer von beiden Seiten bekommt, ist vielleicht ganz gut auf dem Mittelweg unterwegs.<\/p>\n<p>FAZ.NET geht den Weg der Moderation, also der Vorauswahl der Kommentare durch Moderatoren \u2013 das Team der Mitarbeiter wurde zuletzt verst\u00e4rkt, damit die Diskussionen schneller und besser in Gang kommen. Die arbeiten nach festgelegten Richtlinien (nicht hetzerisch, nicht ehrverletzend, beim Thema bleibend) und haben dabei einen kleinen Ermessensspielraum \u2013 das ist bei nicht-mathematischen, unpr\u00e4zisen Gleichungen auch gar nicht anders m\u00f6glich. Wir Autoren gehen heute mehr ins Gespr\u00e4ch mit den Lesern als fr\u00fcher, indem wir im Forum mitdiskutieren und moderieren.<\/p>\n<p><strong>Wer &#8222;Zensur&#8220; ruft, muss sich nach seinen Ma\u00dfst\u00e4ben fragen lassen<\/strong><\/p>\n<p>Dieses System ist beileibe nicht perfekt. Aber es hat den Charme, dass die Debatte ausgewogener und sachlicher in Gang kommt als bei Foren, die generell alles freischalten, um dann im Nachhinein kr\u00e4ftig zu filtern. \u00a0Wer da \u201eZensur\u201c ruft, muss sich schon nach seinen Ma\u00dfst\u00e4ben fragen lassen: Es gibt zwar ein grundgesetzlich verankertes Recht der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung, aber kein Recht, das einem erlaubt, alles \u00fcberall zu sagen. Wer in einem Restaurant lautstark politisiert und \u00fcber gesellschaftliche Gruppen herzieht, wird es vermutlich schnell mit dem Wirt zu tun bekommen, der von seinem Hausrecht Gebrauch macht. Nicht anders ist es bei einem Medium.<\/p>\n<p>Bei all diesem \u00c4rger sollten wir nicht vergessen: Es sind jene, die poltern, die \u00fcber die Schmerzgrenze hinaus polarisieren und gegen ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen pauschal hetzen, die knochenharte, aber sachliche Tischgespr\u00e4che unm\u00f6glich machen \u2013 bis die St\u00f6rer des Ladens verwiesen werden. Stellen wir uns ruhig vor, wie viel besser es w\u00e4re, wenn wir Foren einfach unmoderiert \u00f6ffnen k\u00f6nnten oder ohne Hintergedanken \u00fcber m\u00f6gliche Diskriminierungen die Herkunft einer Person thematisieren k\u00f6nnten. Das w\u00e4re eine wunderbare Welt. Leider ist die Realit\u00e4t komplizierter.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen bei FAZ.NET (03.06.2016) Von Martin Benninghoff In der Fl\u00fcchtlingsdebatte haben sich manche Leser und Journalisten entfremdet. Im ersten Teil haben wir bei Lesern nachgefragt, warum das so ist. Im zweiten Teil nehmen wir Stellung \u2013 zu zwei besonders hei\u00df&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=1664\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Jetzt antworten wir<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,156,11,1],"tags":[398,302,399,23,304,397,19,400],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1664"}],"collection":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1664"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1664\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1668,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1664\/revisions\/1668"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}