{"id":2117,"date":"2018-08-11T15:34:40","date_gmt":"2018-08-11T13:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2117"},"modified":"2018-08-11T15:34:40","modified_gmt":"2018-08-11T13:34:40","slug":"nordkorea-schreibt-brandbrief-an-amerika","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2117","title":{"rendered":"Nordkorea schreibt Brandbrief an Amerika"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/verhandlungen-mit-amerika-nordkoreaner-schreiben-brandbrief-15733312.html\">Artikel erschienen bei FAZ.NET am 11.08.2018<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Gipfeltreffen mit Donald Trump hat Kim Jong-un sch\u00f6ne Bilder beschert. Die konkreten Verhandlungen \u00fcber das Atomprogramm gestalten sich ungleich schwieriger \u2013 jetzt lassen die Nordkoreaner Dampf ab.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Martin Benninghoff<\/em><\/p>\n<p>Nordkoreas Au\u00dfenministerium \u2013 und damit das Regime von Machthaber Kim Jong-un \u2013 wirft Amerika vor, den Friedensprozess zwischen den beiden Staaten ernsthaft zu gef\u00e4hrden. In einem ungew\u00f6hnlich deutlichen Brief vom vergangenen Donnerstag, den die staatliche Nachrichtenagentur KCNA ver\u00f6ffentlichte, stellen Pj\u00f6ngjangs Chefdiplomaten den guten Willen Nordkoreas zur Beilegung des Kriegszustands und zur Ann\u00e4herung in den Vordergrund. Gleichzeitig r\u00fcgen sie die amerikanische Regierung: \u201eAmerika beantwortet unsere Bem\u00fchungen mit der Forderung nach neuen internationalen Sanktionen und Druck gegen die Volksrepublik.\u201c Die \u201einternationale Gesellschaft\u201c sei \u201egeschlagen\u201c von der \u201eSchamlosigkeit\u201c der amerikanischen Regierung.<\/p>\n<p>In dem Schreiben verweisen Nordkoreas Chefdiplomaten auf Zugest\u00e4ndnisse, die das Land im Umfeld des Gipfeltreffens zwischen Machthaber Kim Jong-un und dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump in Singapur im Juni gemacht habe. Zum Beispiel seien die Raketentests eingestellt worden, und die \u00dcberreste von im Koreakrieg gefallenen amerikanischen Soldaten seien \u00fcbergeben worden.<br \/>\nZweifel an Aufrichtigkeit Nordkoreas<\/p>\n<p>Von Amerika zeigt man sich entt\u00e4uscht: \u201eErgebnisse zu erwarten, indem man die Dialogpartner beleidigt und kaltes Wasser \u00fcber unsere ernsthaft gemeinten vertrauensbildenden Ma\u00dfnahmen sch\u00fcttet, ist \u00e4hnlich dumm wie der Versuch, ein gekochtes Ei auszubr\u00fcten.\u201c<\/p>\n<p>Offenbar richtet sich der Zorn gegen den amerikanischen Au\u00dfenminister Mike Pompeo und den Sicherheitsberater John Bolton, die in den vergangenen Tagen und Wochen wiederholt Skepsis an der Aufrichtigkeit der nordkoreanischen Abr\u00fcstungsbem\u00fchungen gezeigt haben. Pompeo sprach sich wiederholt daf\u00fcr aus, die Sanktionen gegen Nordkorea aufrechtzuerhalten, und Bolton r\u00fcgte das Regime in Pj\u00f6ngjang, nicht genug daf\u00fcr zu tun, um das allgemein gehaltene Denuklearisierungs-Versprechen aus der Gipfelvereinbarung auch in die Tat umzusetzen. Namentlich genannt sind die beiden in dem Brief allerdings nicht: \u201eEinige ranghohe Beamte in der amerikanischen Regierung erheben unbegr\u00fcndete Anschuldigungen gegen uns.\u201c<\/p>\n<p>Nordkorea droht in dem Brief damit, den Friedensprozess zu beenden: \u201eEs gibt keine Garantie, dass die hart erk\u00e4mpfte Atmosph\u00e4re der Stabilit\u00e4t auf der koreanischen Halbinsel Bestand hat.\u201c Allerdings nimmt Pj\u00f6ngjang den amerikanischen Pr\u00e4sidenten ausdr\u00fccklich von der Kritik aus: Trump sei voller \u201eDankbarkeit gegen\u00fcber unseren Gesten des guten Willens\u201c. Der Pr\u00e4sident hat sich bislang noch nicht dazu ge\u00e4u\u00dfert, ob er sich dieser Interpretation anschlie\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel erschienen bei FAZ.NET am 11.08.2018 Das Gipfeltreffen mit Donald Trump hat Kim Jong-un sch\u00f6ne Bilder beschert. Die konkreten Verhandlungen \u00fcber das Atomprogramm gestalten sich ungleich schwieriger \u2013 jetzt lassen die Nordkoreaner Dampf ab. 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