{"id":2261,"date":"2019-02-27T22:40:46","date_gmt":"2019-02-27T21:40:46","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2261"},"modified":"2019-03-21T11:04:52","modified_gmt":"2019-03-21T10:04:52","slug":"endlich-wieder-solo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2261","title":{"rendered":"Endlich wieder Solo!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der breitbeinige Gitarrengott hat ausgedient, das Gitarrensolo als Egoshow hat es im Mainstream schwer. Doch das hei\u00dft nicht, dass es tot ist, im Gegenteil. Es kommt wieder, nur anders.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages, es ist die Hochzeit seines Freundes, schlurft Saul Hudson durch\nden Mittelgang der Kathedrale in Richtung Ausgangspforte, w\u00e4hrend die\nHochzeitsg\u00e4ste gespannt nach vorne zum Altar schauen. Pl\u00f6tzlich, als er ins\nFreie tritt, schrumpft die ahnsehnliche Gro\u00dfkirche zur kleinen Kapelle, die\nverloren im W\u00fcstensand steht. Niemand ist zu sehen, aber Hudson w\u00e4chst, er\nw\u00e4chst sogar \u00fcber sich hinaus, wie er im Staub der Steppe posiert, breitbeinig,\ndie schwarze M\u00e4hne wild im Wind, und wie er den Gitarrenhals seiner Gibson Les\nPaul in die H\u00f6he reckt, um sein singendes Solo auf die Reise zu schicken,\ngetragen durch die B\u00f6en der Windmaschine, die irgendwo im toten Winkel der\nKameras wirbeln muss.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/pop\/koenigsdisziplin-der-e-gitarre-endlich-wieder-solo-16051082.html\"><strong>Hier kommen Sie zum Storytelling bei FAZ.NET.<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Welt, die f\u00fcr einen \u2013 recht langen \u2013 Moment zum blo\u00dfen B\u00fchnenbild\nf\u00fcr den Star im Vordergrund schrumpft. Das Gitarrensolo, das Hudson spielt,\ndauert schlappe 50 Sekunden, es ist nur eines von mehreren im Song. Trotz oder\ngerade wegen seiner L\u00e4nge ist es eines der bekanntesten und ikonischen Soli der\nRockgeschichte. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8SbUC-UaAxE\">Das\nMusikvideo von \u201eNovember Rain\u201c erschien Anfang der neunziger Jahre<\/a>, also\nlange vor der Youtube-\u00c4ra, und ist heute doch mit mehr als einer Milliarde\nKlicks eines der meistgesehen Musikvideos aller Zeiten. Und es hat Hudson\ndamals, den Rock&#8217;n-Roll-Gitarristen, der sich im wahren Rockstarleben Slash\nnennt, gemeinsam mit seiner Band Guns N&#8217;Roses endg\u00fcltig in Stadiondimensionen\nkatapultiert, auch dank dieses Solos.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens seitdem ist Slash so etwas wie der Archetyp des Gitarrengottes.\nMit Zylinder, fr\u00fcher mit Zigarette (angeblich sogar unter der Dusche), heute\nimmerhin noch selbst zur Nachtstunde mit Sonnenbrille. Musikalisch ist der\nmittlerweile 53 Jahre alte Gitarrist mit seinem Markenzeichen, der Gibson Les\nPaul, zwar in der kompositorischen Varianz seiner Soli begrenzt, zumindest im\nVergleich zu den wirklichen Virtuosen wie Guthrie Govan. Aber bei Slash stimmt\neben das Gitarrengott-Gesamtpaket aus Coolness und einem unverwechselbaren\nsingendenden Ton. So wie auch bei Jimmy Page von Led Zeppelin und nat\u00fcrlich\nBrian May von Queen, wobei Letzterer als der Akademiker unter den Rockstars\nvielleicht weniger cool, daf\u00fcr aber sein Ton umso unverwechselbarer war \u2013 ein\nMal die Saite angeschlagen, und man wusste Bescheid. Sie alle haben mit ihren\nSoli aus guten Songs noch bessere gemacht, weshalb sie, ohne herausragend\nsingen zu k\u00f6nnen, in den Mainstreampophimmel aufstiegen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Niedergang des Gitarrensolos\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/odFvR4Kn40g?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Das war einmal. Mittlerweile ist das Gitarrensolo mehr oder minder aus der\nMainstreammusik verschwunden: zu lang, zu egozentrisch, zu sehr was f\u00fcr die\nOhren anderer Gitarristen, aber nichts f\u00fcr den breiten Musikgeschmack. Im\nGegensatz zu den gesetzteren Herren Page und May ist Slash zwar noch das K\u00fcken\nin dieser Population musikalischer Brontosaurier, die mit ihren langen\nGitarrenh\u00e4lsen zu beeindrucken wussten, aber irgendwann vom Aussterben bedroht\nwaren, weil sie nicht mehr recht in die Zeit zu passen schienen. Ob daran der\nlangsame musikalische Klimawandel schuld war? Oder der Meteoriteneinschlag von\nGrunge und Singer-Songwriter-Pop in ihr Land vor unserer Zeit?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der unangefochtene\nStar auf der B\u00fchne<\/h2>\n\n\n\n<p>Jahrzehntelang war die E-Gitarre der unangefochtene Instrumentenstar auf den\nRockb\u00fchnen. Leicht zu tragen, cool, fast universell einsetzbar als Rhythmus-\nund Melodieinstrument, mit wahlweise organischen Sounds oder Effektgewittern\naus Delay, Chorus und Verzerrung, ein wahrer Tausendsassa f\u00fcr B\u00fchne, Proberaum und\nf\u00fcr zuhause. Nichts gegen Keyboards, aber wer einmal einen verzerrten Akkord\n\u00fcber eine amtliche PA, also eine Beschallungsanlage, in eine Halle\nhineinventiliert hat, kennt das Gef\u00fchl, wenn sich die Nackenhaare str\u00e4uben und\nsich die Muskelkontraktionen kaum noch l\u00f6sen lassen. Unbeschreiblich! Nicht\numsonst hat ein Nichtgitarrist wie Joe Cocker beim Woodstock-Festival 1969 aus\nVersehen die Luftgitarre erfunden, nur weil er es nicht aushielt, die Melodien\nseines Gitarristen beim Beatles-Cover \u201eWith a little help from my friends\u201c\nunbeteiligt \u00fcber sich ergehen zu lassen. So viel Ikonografie muss man erst\neinmal schaffen: Seit mehr als 20 Jahren ringen nun schon M\u00f6chtegern-Cockers um\nden Titel des Luftgitarrenweltmeisters.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ein solcher Wettbewerb wirkt wie der Nachhall l\u00e4ngst vergangener\nglorreicher Zeiten. \u201eDie Gitarre war auch schon mal in den achtziger Jahren\ntotgesagt\u201c, gibt Carl Carlton zwar zu bedenken, der als Gitarrist mit Robert\nPalmer, Udo Lindenberg und <a href=\"http:\/\/cms.faz.net\/polopoly\/CM\">Marius\nM\u00fcller-Westernhagen<\/a> auf der B\u00fchne stand. Das Gitarrensolo aber geriet nach\nden gro\u00dfen Schredderk\u00f6nigen der achtziger Jahre \u2013 Yngwie Malmsteen, Paul\nGilbert oder Joe Satriani \u2013 tats\u00e4chlich in eine lebensbedrohliche Krise, von\nder es sich nur m\u00fchsam erholt. Rockvirtuosen wie Dream-Theater Gitarrist John\nPetrucci oder Steve Vai leben sich weiter erfolgreich in ihren\nProgressive-Rock-Nischen aus (und Leute wie Al Di Meola in ihren Weltmusik-,\nJazz- und Jazzrocknischen), aber im Mainstream gilt das Gitarrensolo als\nverp\u00f6nte Egoshow dumpfbackiger Saitenhexer, die sich solange an der eigenen\nVirtuosit\u00e4t aufgeilen, bis alle Mitmusiker genervt von der B\u00fchne springen. Ein\nechter Abschalter, erst recht im radiotauglichen Hitformat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Niedergang begann sp\u00e4testens mit dem Grunge in den neunziger Jahren und\nmit Teilzeit-Gitarristen wie dem Nirvana-Frontmann <a href=\"http:\/\/cms.faz.net\/polopoly\/CM\">Kurt Cobain<\/a>, der zwar auch solierte,\ndies aber mehr im Stil eines Zimmermanns an der Kreiss\u00e4ge tat, oder John Frusciante\nvon den Red Hot Chili Peppers, der seine begrenzte Virtuosit\u00e4t durch entgrenzte\nAusdrucksst\u00e4rke ausglich. Deutsche Popbands wie Blumfeld oder Tocotronic\nfeierten ohnehin eher kollektive Bandgrunds\u00e4tze statt virtuose\nEinzelleistungen, alleine auch deshalb, weil sie es gar nicht anders wollten\nund wohl auch nicht konnten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Solo ist tot,\nes lebe das Solo!<\/h2>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6nnte sich aber wieder \u00e4ndern. Das Solo ist tot, es lebe das Solo! \u201eDie\nEhrlichkeit und die Emotion der Rockmusik ist nach wie vor lebendig\u201c, sagt\nJacob \u201eJake\u201c Kiszka, Gitarrist der gefeierten amerikanischen Rockband Greta Van\nFleet, der \u2013 trotz seiner jungen Jahre mit Anfang zwanzig \u2013 Rock f\u00fcr \u201edie\nStimme einer neuen Generation\u201c h\u00e4lt. F\u00fcr ihn ist die Gitarre eines der\n\u201espirituellsten Instrumente\u201c und ein \u201ezentrales Symbol f\u00fcr ein ganzes Genre\u201c,\ndas Gef\u00fchle hervorruft und deshalb noch genauso wichtig wie zu fr\u00fcheren Zeiten\nsei. <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/graphics\/2017\/lifestyle\/the-slow-secret-death-of-the-electric-guitar\/?utm_term=.9a323dfb7d9f\">2017\nschrieb der Journalist Geoff Edgers in der \u201eWashington Post\u201c \u00fcber den\nangeblichen Tod der E-Gitarre<\/a> und machte daf\u00fcr den Mangel an echten\nGitarrenhelden verantwortlich. Kiszka h\u00e4lt dagegen: \u201eEs mag so aussehen, als ob\nes keine echten &#8218;Gitarrenhelden&#8216; mehr gibt\u201c, sagt er, aber es stimme nicht, man\nm\u00fcsse sie nur \u201egezielt finden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Auferstehung des Gitarrensolos\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zMkuUl-x5zY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die gute Nachricht: Gitarrenmusik ist also nicht tot, davon zeugen neben\nGreta Van Fleet auch andere kommerziell durchaus erfolgreiche Musiker j\u00fcngeren\nAlters wie Gary Clark junior oder Jake White, die bei ihren B\u00fchnenshows der\nGitarre und dem Solo wieder viel mehr Raum einr\u00e4umen. Udo Dahmen, von Hause aus\nstudierter Schlagzeuger und K\u00fcnstlerischer Direktor der Popakademie\nBaden-W\u00fcrttemberg, best\u00e4tigt den Trend und beobachtet bei seinen Studierenden,\ndass sie sich wieder st\u00e4rker \u201ef\u00fcr Soli begeistern k\u00f6nnen\u201c. Wenn es denn klug\ndurchdachte Soli sind, die dem Song eine weitere kompositorische Komponente\ngeben. Alle anderen bleibt ja noch immer ein Manowar-Konzert.<\/p>\n\n\n\n<p>Jonathan Linde ist ein solcher junger Gitarrist, der sich f\u00fcrs Solieren\nwieder begeistern kann. \u201eHeute geht es allerdings weniger ums Virtuosentum\u201c,\nsagt der 22-j\u00e4hrige Student, der kurz vorm Bachelor-Abschluss an der\nPopakademie steht. Mit neun Jahren fing er an zu lernen, lie\u00df sich am Anfang\ndurch die Plattensammlung der Eltern inspirieren, von <a href=\"http:\/\/cms.faz.net\/polopoly\/CM\">Jimi Hendrix<\/a> und Brian May, und\nschaffte sich sp\u00e4ter sein Wissen und K\u00f6nnen mittels Youtube-Videos drauf. \u201eDer Mut\nzu Songdienlichkeit ist beim Solo wichtig\u201c, sagt er, \u201eman muss auch mal einen\nTon stehenlassen\u201c, statt sich in Frickelorgien zu ergehen. So wie es Joe\nBonamassa tue, der amerikanische Bluesgitarrist, der den Blues, die Musik der\nEltern und mittlerweile Gro\u00dfeltern, die mit Chuck Berry und Eric Clapton\naufgewachsen sind, auch den J\u00fcngeren wieder nahebringt. Und das ziemlich\nerfolgreich, \u00fcbrigens inklusive l\u00e4ngerer Soli.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere tun es auch, wie der Gitarrist der erfolgreichen \u00f6sterreichischen\nIndierockband Bilderbuch, Michael Krammer, der vor allem live tief in die\nRockstarklischeekiste greifen kann, die Gitarre hinterm Kopf spielt oder sie in\ndie H\u00f6he reckt, als sei sie das Schwert einer h\u00f6heren Macht. Seit den\nernstgemeinten Soloexzessen solcher unironischen Hairmetalbands wie Leatherwolf\nin den achtziger Jahren meldet sich im Geiste sofort die unerbittliche\nMusikerpolizei, sobald ein Gitarrist das Griffbrett in die H\u00f6he reckt, aber\nLinde beruhigt: \u201eIch habe den Eindruck, dass er das ganze Guitarhero-Getue\npersifliert und ironisch sieht\u201c, sagt er, \u201eer zeigt doch bei seinem Spiel Humor\nund hat zudem einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Sound.\u201c \u00c4hnlich wie bei Tash Sultana: Die\n24-j\u00e4hrige australische Multiinstrumentalistin, die zu Beginn ihrer Karriere\nauf den Stra\u00dfen Melbournes spielte, nutzt die Gitarre als zentrales\nSoloinstrument bei ihren gefeierten Liveauftritten. Auch da \u00fcbrigens inklusive\ndemonstrativer Poser-Klampfe im Nacken und \u00fcber dem Kopf. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=joq114XAPM8\">Ihre Youtube-Videos werden\nmillionenfach geklickt<\/a> und finden offenbar bei den J\u00fcngeren Anklang, denn\nsie kombiniert Gitarre, Laptop und Beatboxing und loopt ihre Instrumente, bis\nein Bandsound ohne Band entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend bei Studioproduktionen das Gitarrensolo h\u00e4ufig immer noch\nherausgeschnitten wird, feiert es zumindest live und in den sozialen Medien ein\nComeback, und das schon seit einigen Jahren, selbst im ganz gro\u00dfen\nMainstream-Pop. Die R&amp;B- und Pops\u00e4ngerin Rihanna holte sich bzeitweise den\nin der Gitarrenszene legend\u00e4ren Virtuosen Nuno Bettencourt als Tourgitarristen\nauf die B\u00fchne, der mit seiner eigenen Band Extreme einst den gro\u00dfen\nBalladen-Hit \u201eMore than Words\u201c schrieb. Auch Pink oder Bruno Mars setzen live\nauf organische Sounds und Soli, um sich von ihren teils aalglatt produzierten\nStudioproduktionen abzusetzen und ihre Musik f\u00fcr ein breiteres, auch an Rock\ninteressiertes Publikum attraktiver zu gestalten. Eine Strategie, die einst\nMichael Jackson perfektionierte, der in mehreren seiner Pophits als Farbtupfer\nein zentrales Gitarrensolo einbaute, wie Eddie van Halens bei \u201eBeat it\u201c oder\nSlashs bei \u201eGive in to me\u201c. Live sorgte seine langj\u00e4hrige Gitarristin Jennifer\nBatten mit ihrer blonden M\u00e4hne, bizarren Optik und der innovativen, an Van\nHalen angelehnten Tappingtechnik f\u00fcr die n\u00f6tige H\u00e4rte neben Jacksons\nbutterweicher Popstimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Batten ist mittlerweile 61 Jahre alt. Sie gilt unter Gitarristen als\nKultfigur, auch wenn die gro\u00dfen Erfolge mit dem King of Pop und Jeff Beck ein\npaar Jahre zur\u00fcckliegen. Sie schw\u00e4rmt von den \u201evielen jungen Innovativen\u201c, die\nheutzutage allerdings eher in der Nische zu finden seien, vor allem bei\nInstagram und auf <a href=\"http:\/\/cms.faz.net\/polopoly\/CM\">Youtube<\/a>. \u201eMein\nFavorit ist Mateus Asato\u201c, schreibt sie in einer Mail, ein K\u00fcnstler, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/mateusasato\/?hl=de\">der auf Instagram popul\u00e4r\nist<\/a>, der habe einen \u201efrischen Ton\u201c. Batten war zu ihrer Zeit eine der\nwenigen weiblichen Gitarristinnen und insofern eine Art Rollenmodell, durchaus\nmit Erfolg: <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.com\/music\/music-news\/fender-study-finds-half-of-new-guitarists-are-women-738025\/\">Laut\neiner Studie des Gitarrenherstellers Fender sollen angeblich mittlerweile die\nH\u00e4lfte der Gitarrenk\u00e4ufer weiblich sein<\/a>, zumindest gilt das f\u00fcr Britannien\nund die Vereinigten Staaten. K\u00fcnstlerinnen wie Annie Clark, bekannt unter ihrem\nK\u00fcnstlernamen St. Vincent, oder Orianthi, die \u00fcbrigens Jennifer Batten bei\nMichael Jacksons geplanter, aber durch seinen fr\u00fchen Tod nicht zustande gekommener\nAbschiedstour 2009 beerben sollte, sind heute die neuen weiblichen\nRollenvorbilder. Der breitbeinge m\u00e4nnliche Gitarrenhero hat in dieser Reihe\nausgedient.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob diese neuen Vorbilder allerdings den Mainstream so erreichen wie es\nfr\u00fcher Slash, Eddie van Halen oder Jimmy Page getan haben, steht in den\nSternen. Zwar sei die Gitarre seit rund 20 Jahren nach dem Klavier das\nzweitbeliebteste Instrument an deutschen Musikschulen, erkl\u00e4rt Dirk M\u00fchlenhaus\nvom Verband deutscher Musikschulen. Trotzdem \u201escheint die Beliebtheit von\nE-Gitarre und E-Bass r\u00fcckl\u00e4ufig\u201c, erg\u00e4nzt er. Das k\u00f6nnte daran liegen, dass die\nWelt heute reicher an hervorragenden Gitarristen ist als jemals zuvor, sie es\naber seltener als fr\u00fcher aus ihren Nischen hinaus in den Mainstream schaffen.\nDazu ist das Musikgesch\u00e4ft zu ver\u00e4stelt geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Fehlen also doch die gro\u00dfen Vorbilder? Vielleicht. Aber einem echtem\nRockstar kann das tausendmal schnuppe sein: \u201eNimm die Klampfe, schreibe Songs\nf\u00fcr Dich, folge deiner Muse und schleime nicht dem Markt hinterher\u201c, r\u00e4t Carl\nCarlton jungen angehenden Gitarristen. Sonst h\u00e4tte es nie einen \u201eRobert\nJohnson, Muddy Waters, die Beatles, Stones und auch keinen Django Reinhardt\ngegeben.\u201c Und wohl auch keine Bilderbuch, Tash Sultana oder Jack White. Es gibt\nalso wieder Hoffnung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der breitbeinige Gitarrengott hat ausgedient, das Gitarrensolo als Egoshow hat es im Mainstream schwer. Doch das hei\u00dft nicht, dass es tot ist, im Gegenteil. Es kommt wieder, nur anders. Eines Tages, es ist die Hochzeit seines Freundes, schlurft Saul Hudson&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2261\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Endlich wieder Solo!<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2366,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[156,232,1],"tags":[413,650,652,651,13],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2261"}],"collection":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2261"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2370,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2261\/revisions\/2370"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2366"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}