{"id":2499,"date":"2019-04-30T16:56:16","date_gmt":"2019-04-30T14:56:16","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2499"},"modified":"2019-04-30T16:56:58","modified_gmt":"2019-04-30T14:56:58","slug":"wann-ist-der-richtige-zeitpunkt-fuers-kinderkriegen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=2499","title":{"rendered":"Wann ist der richtige Zeitpunkt f\u00fcrs Kinderkriegen?"},"content":{"rendered":"\n<p> <strong>Junge Eltern haben mehr Energie, \u00e4ltere mehr Erfahrung und Gelassenheit. Und dann ist da noch das biologische Alter. Gibt es den richtigen Moment f\u00fcr Kinder? Ein Pro- und Contra mit den wichtigsten Argumenten.<\/strong><\/p>\n\n\n<p><br \/><!--StartFragment--><\/p>\n\n\n<p>Zur Abwechslung wei\u00df Professor Brinkmann mal keinen Rat, aber daf\u00fcr Schwester Elke. &#8222;Mit \u00fcber 50 Kinder zu kriegen, finde ich verantwortungslos&#8220;, befand die Schauspielerin Barbara Wussow neulich in einem Interview. Dabei bekam sie ihre Tochter auch erst mit Mitte 40. Sozusagen noch im Teenageralter, zumindest verglichen mit Promis wie Brigitte Nielsen, die noch mit 54 Mutter wurde, Caroline Beil mit 51, und die nat\u00fcrlich in diesem Zusammenhang niemals zu vergessene italienische S\u00e4ngerin Gianna Nannini mit 54. Der Trend zur vergreisenden Mutterschaft scheint damit gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder sind das alles Extremf\u00e4lle? Schlie\u00dflich gibt es ja auch noch Adele, die ihr erstes Kind mit 24 Jahren bekommen hat. Und Michelle Hunziker, die gerade einmal 19 war, als sie mit Eros Ramazzotti zusammen war und mit Tochter Aurora schwanger wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Ja, alles Extremf\u00e4lle, in die eine wie die andere Richtung. Und dennoch stimmt es, das durchschnittliche Alter beim Kinderkriegen ist in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen. Laut Statistischem Bundesamt ist die durchschnittliche Mutter heute beim ersten Kind 29,8 Jahre alt, also das Kinderkriegen sozusagen ein statistisches Risiko kurz vor der Party zum 30. Geburtstag. 2010 waren M\u00fctter bei ihrem ersten Kind noch im Schnitt 28,9 Jahre \u2013 je oller, desto doller also, zumindest in Sachen Kinderkriegen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wir bekommen die Kinder sp\u00e4ter, weil wir es k\u00f6nnen <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Tendenz sind vielf\u00e4ltig, aber vor allem: Wir bekommen die Kinder sp\u00e4ter, weil wir es k\u00f6nnen. Sowohl medizinische Fortschritte als auch ge\u00e4nderte Normen, in welchem Alter das Kinderkriegen gesellschaftlich akzeptiert ist und wann eben weniger, sorgen f\u00fcr gewandelte Rahmenbedingungen. Zudem verbessern sich seit Jahren die Bildungskarrieren von Frauen, immer mehr Frauen schlie\u00dfen die Schule mit Abitur ab, studieren danach und wollen auch noch etwas von ihrem Job haben, bevor ein Kind zumindest kurzzeitig etwas Wind vom beruflichen Segel nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wo ist die Grenze? Ist es noch vern\u00fcnftig, mit \u00fcber 40 ein Kind zu bekommen? Gar mit 45 oder 50? Ab circa 35 Jahren steigt unbestritten das medizinische Risiko bei Schwangerschaften, ab 40 oder gar mit 45 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt signifikant erh\u00f6ht, auch genetische Defekte kommen bei den Babys h\u00e4ufiger vor. Aus rein medizinischer Sicht, so viel ist klar, ist eine Schwangerschaft mit 27 besser als mit 43.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber eine solche rein medizinische Sichtweise w\u00e4re blind f\u00fcr die Realit\u00e4ten. Eine Schwangerschaft mit 40 gilt gemeinhin, aus medizinischer Sicht, noch als vertretbar, zumal viele Frauen (und auch M\u00e4nner) nicht immer frei w\u00e4hlen k\u00f6nnen, wann sie ein Kind bekommen. Vielleicht gibt es medizinische Probleme und viele Versuche, die n\u00f6tig sind. Vielleicht fehlt lange Zeit der richtige Partner oder die richtige Partnerin. Vielleicht sorgt der Zufall daf\u00fcr, dass das Kinderkriegen jahrelang nicht klappt. Das Thema ist vielf\u00e4ltig, einseitige Schuldzuweisungen oder auch nur gutgemeinte Ratschl\u00e4ge sind fehl am Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>Abseits der medizinischen Argumente f\u00fcr eine fr\u00fche Schwangerschaft, es gibt auch eine Vielzahl an guten Gr\u00fcnden, die eher f\u00fcr eine sp\u00e4tere Schwangerschaft sprechen. Und eben so viele, die dagegen sprechen. Aber vielleicht hilft es, sich das F\u00fcr und Wider einmal zu vergegenw\u00e4rtigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das spricht f\u00fcr sp\u00e4tere Schwangerschaften (zwischen 35 bis 42):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Bessere finanzielle Rahmenbedingungen der Eltern. Vielleicht ist schon das H\u00e4uschen gebaut und die schimmelige Studenten-WG mit den angetrockneten Essensresten in den K\u00fcchenfugen Geschichte.<\/li><li>Mehr Erfahrung und Lebenswissen in Sachen Gesundheit f\u00fcr Kind und Familie. Weniger Partys, weniger Rauchen, besseres Essen, weniger Alkohol oder sonstige Substanzen.<\/li><li>Stabilere Partnerschaft. Mit Anfang 20 wechseln Partner h\u00e4ufiger als mit 40.<\/li><li>Gr\u00f6\u00dfere Souver\u00e4nit\u00e4t in Stresssituationen. Nicht mehr allen gefallen wollen, m\u00f6glicherweise ein besseres Standing im Job und damit neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Teilzeit, Home Office und flexiblere Arbeitseins\u00e4tze.<\/li><li>Apropos Job: Mit Mitte 30 sind Ausbildung oder Studium beendet, der Abschluss l\u00e4ngst in der Tasche, die ersten Jahre Arbeitserfahrung sind gesammelt. Eine gute Grundlage, um lebenslang beruflich erfolgreich zu sein.<\/li><li>Gen\u00fcgend Zeit, sich mit 25 oder 30 die Dinge zu erf\u00fcllen, von denen junge Eltern nur tr\u00e4umen. Mit dem Rucksack durch Papua-Neuguinea, Sprachreise nach Australien, intensive Pflege des Freundeskreises.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Das spricht f\u00fcr fr\u00fchere Schwangerschaften (bis 35):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Mit 22 ist man fitter als mit 40. Durchwachte N\u00e4chte sind ein geringeres Problem, Anstrengungen steckt man schneller weg. Je \u00e4lter, desto weniger belastbar. <\/li><li>M\u00f6glicherweise ist man zeitlich flexibler und noch nicht so (\u00fcbertrieben) anspruchsvoll. Auch ein Leben unter einfacheren Umst\u00e4nden, etwa in einer billigen Studentenbude, ist ja nicht in erster Linie ein Problem f\u00fcrs Kind.<\/li><li>Eine fr\u00fche Elternschaft bedeutet: Man begleitet das Kind l\u00e4nger und hat gute Chancen, auch noch beim 60. Geburtstag des eigenen Kindes dabei zu sein.<\/li><li>Die Gro\u00dfeltern sind noch fit und k\u00f6nnen sich k\u00fcmmern. Vielleicht leben sogar noch einzelne Urgro\u00dfeltern, die bereichernd die Rolle der &#8222;Stammes\u00e4ltesten&#8220; einnehmen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die Gro\u00dfeltern noch einigerma\u00dfen sportlich mit dem Kind auf dem Boden herumturnen.<\/li><li>Der Job kann im mittleren Alter um die 40 sehr aufreibend sein. Wenn da die Kinder aus dem Gr\u00f6bsten schon heraus sind, l\u00e4sst es sich beruflich nochmal richtig durchstarten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich sind das l\u00e4ngst nicht alle Argumente f\u00fcr oder gegen eine sp\u00e4tere Schwangerschaft. Zumal die V\u00e4ter nat\u00fcrlich nicht vergessen werden sollten. Teilen sich Partner die Kindererziehung und alles, was dazugeh\u00f6rt, dann ist das auch f\u00fcr j\u00fcngere Frauen ein gutes Argument, trotz ihrer guten Ausbildung und dem vielversprechenden Job fr\u00fch ein Kind zu bekommen. Und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem gibt es kein Schwarz oder Wei\u00df in der Debatte: Wer mit 20 ein Kind bekommt, muss nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht auf Freundschaften oder Hobbys verzichten. Mit der entsprechenden Organisation und vor allem Motivation lassen sich die eigenen Vorlieben weiter bedienen und ausbauen. <\/p>\n\n\n\n<p>Niemand muss sein eigenes Leben an den Nagel h\u00e4ngen, nur weil ein Kind da ist. Aber ein paar Zugest\u00e4ndnisse sind dann doch zu machen \u2013 und da ist die Frage, ob das ganz jungen Eltern (18 oder 19) leicht f\u00e4llt, die voller Pl\u00e4ne und Tatendrang sind und erst so wenig erlebt haben. Und es ist auch die Frage, ob das ganz alten Eltern (45 oder 50) leicht f\u00e4llt, die zwar schon viel erlebt haben, aber auch in vielen Dingen schon sehr gesetzt und, man kann es negativ ausdr\u00fccken, festgefahren sind.<\/p>\n\n\n<p><!--EndFragment--><br>\n<br>\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Junge Eltern haben mehr Energie, \u00e4ltere mehr Erfahrung und Gelassenheit. Und dann ist da noch das biologische Alter. Gibt es den richtigen Moment f\u00fcr Kinder? Ein Pro- und Contra mit den wichtigsten Argumenten. 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