{"id":342,"date":"2010-08-19T22:20:47","date_gmt":"2010-08-19T20:20:47","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=342"},"modified":"2010-08-19T22:22:31","modified_gmt":"2010-08-19T20:22:31","slug":"jeder-funfte-ami-halt-obama-fur-einen-muslim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=342","title":{"rendered":"Jeder f\u00fcnfte Ami h\u00e4lt Obama f\u00fcr einen Muslim"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/voices.washingtonpost.com\/thefix\/morning-fix\/-1-2-3-1.html?hpid=topnews\">Zur Einstimmung: Artikel in der &#8222;Washington Post&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Immer mehr US-Amerikaner sind der Ansicht, Pr\u00e4sident Barack Obama sei ein Muslim. Laut einer am Donnerstag vom Meinungsforschungsinstitut &#8222;Pew Research Center&#8220; &#8211; das ist ein seri\u00f6ses Institut &#8211; ver\u00f6ffentlichten Erhebung halten 18 Prozent der US-Amerikaner Obama f\u00fcr einen Muslim. Bei einer Umfrage im M\u00e4rz 2009 h\u00e4tten nur elf Prozent diese Auffassung vertreten.<\/p>\n<p>Besonders Anh\u00e4nger der Republikanischen Partei sind der Meinung, Obama sei Muslim. 31 Prozent der Republikaner und 29 Prozent der wei\u00dfen Evangelikalen. Nur 34 Prozent der Befragten ordneten Obama korrekt als Christen ein, verglichen mit 48 Prozent im M\u00e4rz 2009. 43 Prozent erkl\u00e4rten in der j\u00fcngsten Befragung, sie w\u00fcssten nicht, woran Obama glaube.<\/p>\n<p>Die Umfrage zeigt, wie sehr auch in den USA der Begriff &#8222;Muslim&#8220; von der eigentlich wertneutralen Bedeutung entfernt ist. &#8222;Muslim&#8220; hei\u00dft in den K\u00f6pfen derer, die Obama einen &#8222;Muslim&#8220; hei\u00dfen, soviel wie &#8222;anders&#8220; oder auch &#8222;kein Teil von uns&#8220;. Es verwundert nicht, dass vor allem evangelikale Kr\u00e4fte und konservative Republikaner dieser T\u00e4uschung aufsitzen. Was hei\u00dft T\u00e4uschung? Dahinter steckt politisches Kalk\u00fcl, Obama einen Schlag zu versetzen.<\/p>\n<p>Schon als Obama zum US-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde, hie\u00df es, dies sei eine Niederlage derjenigen Amerikaner, die bisher das Land f\u00fchrten. Eine Niederlage der Amerikaner, die bis dato Mainstream waren:\u00a0wei\u00dfe M\u00e4nner vor allem.\u00a0Das Erstarken neokonservativer Bewegungen wie der Tea-Party-Bewegung und anderer zeigt, dass sich genau diese Leute mit der Rolle des amerikanischen Auslaufmodells nicht begn\u00fcgen wollen. F\u00fcr sie ist Obama die personifizierte Andersartigkeit, die ihre eigenen Privilegien als Mitglied der wei\u00dfen Mittelschicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Der Islam oder das &#8222;Muslim-sein&#8220; bew\u00e4hrt sich als besonderes Klischee, wenn man Leute in die Pfanne hauen will. \u00dcbrigens auch in Deutschland, das musste auch schon die nieders\u00e4chsische Sozialministerin \u00d6zkan am eigenen Leib sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Man sollte damit dringend aufh\u00f6ren, aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>(1) Die Menschen verlernen zu differenzieren. Probleme des politisierten Islams werden zusammenger\u00fchrt mit Integrationsthemen, die nichts mit Religion zu tun haben.<\/p>\n<p>(2) Zudem schafft man Solidarisierungseffekte, wenn man &#8222;Muslimisch sein&#8220; zum Kampfbegriff aufl\u00e4dt. Wer also einen politisierten Islam kritisiert (was ich tue), w\u00e4re schlecht beraten, den wertneutralen Begriff &#8222;Muslim&#8220; zum Kampfbegriff zu machen &#8211; und damit gleichfalls politisch aufzuladen. Da wird der Bock zum G\u00e4rtner&#8230;<\/p>\n<p>M.B.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Einstimmung: Artikel in der &#8222;Washington Post&#8220; Immer mehr US-Amerikaner sind der Ansicht, Pr\u00e4sident Barack Obama sei ein Muslim. 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