{"id":365,"date":"2010-08-26T11:40:39","date_gmt":"2010-08-26T09:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=365"},"modified":"2010-08-26T11:40:39","modified_gmt":"2010-08-26T09:40:39","slug":"faz-so-wird-deutschland-dumm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=365","title":{"rendered":"FAZ: So wird Deutschland dumm"},"content":{"rendered":"<p><em>Die <\/em><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA\/Doc~EE2D543295E12432A8CFFBDA3CE51C3D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\"><em>FAZ<\/em><\/a><em>, genauer Christian Geyer, hat es in der heutigen Ausgabe zu Sarrazins neuem Buch auf den Punkt gebracht. Lesenswert!<\/em><\/p>\n<p>Von Christian Geyer (Auszug)<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Damit steht die Gesch\u00e4ftsgrundlage f\u00fcr Sarrazins Thesenbau. Erstens: Das SPD-Mitglied Sarrazin warnt vor den Ausl\u00e4ndern. Zweitens: Der Bundesbanker Sarrazin belehrt unsere Gesellschaft \u00fcber die genetischen Grundlagen der Intelligenz. Was so viel wie drittens bedeutet: \u201eEine Person des \u00f6ffentlichen Lebens bringt elementare Lebenszusammenh\u00e4nge knapp und klar auf den Punkt\u201c (Sarrazin). Tats\u00e4chlich ist das Elementare bei Sarrazin das Biologische. Kulturell ist bei ihm ein Deckwort f\u00fcr genetisch. Hat man dies begriffen, liest man Sarrazins Sorge um die \u201ekulturelle Identit\u00e4t\u201c, die \u201ekulturelle Substanz\u201c und den \u201eVolkscharakter\u201c Deutschlands mit anderen, den richtigen biologischen Augen. Obwohl halb verschwiegen, tritt die These in seinem Buch klar hervor: Die islamische Immigration nach Deutschland muss gestoppt werden \u2013 und zwar aus \u201eletztlich\u201c genetischen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: \u201eWir\u201c (als ethnisches Pluralsubjekt) werden auf nat\u00fcrliche Weise immer d\u00fcmmer, weil ausgerechnet die kognitiv minderbemittelten Muslime in unserem Land die meisten Kinder zeugen. \u201eDie kulturelle Fremdheit muslimischer Migranten k\u00f6nnte relativiert werden, wenn diese Migranten ein besonderes qualifikatorisches oder intellektuelles Potential verhie\u00dfen. Das ist aber nicht erkennbar. Anzeichen gibt es eher f\u00fcr das Gegenteil, und es ist keineswegs ausgemacht, dass dies ausschlie\u00dflich an der durchweg bildungsfernen Herkunft liegt. So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen \u2013 bedingt durch die dort \u00fcbliche Heirat zwischen Verwandten \u2013 eine erhebliche Rolle und sorgen f\u00fcr einen \u00fcberdurchschnittlich hohen Anteil an verschiedenen Erbkrankheiten.\u201c<\/p>\n<p>Neben der Genetik f\u00fchrt Sarrazin auch die andere harte W\u00e4hrung, das Geld, gegen die Muslime ins Feld: \u201eWirtschaftlich brauchen wir die muslimische Migration in Europa nicht.\u201c Er tut dies mit dem Gestus des klinischen Aufkl\u00e4rers, im gef\u00fchlten Stil der neuen Sachlichkeit: \u201edirekt und schn\u00f6rkellos\u201c, einer gegen die Heerscharen der \u201egutmenschelnden Liberalen\u201c. \u201eEs geht mir vor allem um Klarheit und Genauigkeit, die Zeichnung ist daher kr\u00e4ftig, nicht unentschlossen oder krakelig. Ich habe darauf verzichtet, heikel erscheinende Sachverhalte mit Wortgirlanden zu umkr\u00e4nzen, mich jedoch um Sachlichkeit bem\u00fcht \u2013 die Ergebnisse sind anst\u00f6\u00dfig genug.\u201c<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Das Buch wird dadurch eher noch mehr Interesse auf sich ziehen. Ausf\u00fchrlich und mit entschieden antimuslimischer Pointe referiert Sarrazin darin die soziobiologischen Annahmen \u00fcber die genetischen Grundlagen der Intelligenz. Im Blick auf die \u00fcberdurchschnittliche Fertilit\u00e4tsrate in muslimischen Familien ruft der Autor die Soziobiologie als seine Referenzwissenschaft auf, welche \u201eder menschlichen Entwicklung letztlich den Prozess der nat\u00fcrlichen Selektion zugrunde (legt): Das Erbgut jener verbreitet sich, die am besten \u00fcberleben und sich am meisten vermehren. Da die \u00dcberlebenschancen in der modernen Gesellschaft identisch sind, verbreiten sich die Gene jener am meisten, die die h\u00f6chste Fruchtbarkeit haben.\u201c Naturgem\u00e4\u00df hat da die Politik ihre Chance verspielt.<\/p>\n<p>Das ganze Buch liest sich wie ein antimuslimisches Dossier auf genetischer Grundlage. Wie ein verdeckt operierender Detektiv versucht Sarrazin, aus \u201eelementarer Sicht\u201c belastendes Material gegen T\u00fcrken, Afrikaner und Araber zusammenzustellen. Um den Leser f\u00fcr die Genetik der Intelligenz zu gewinnen, legt Sarrazin die j\u00fcdischen Urspr\u00fcnge der Intelligenzforschung und deren Verbot durch die Nazis dar. \u201eIch bin auf die deutsch-j\u00fcdischen Urspr\u00fcnge der Intelligenzforschung etwas n\u00e4her eingegangen, weil die Diskussion der genetischen Komponente von Intelligenz h\u00e4ufig auf gro\u00dfe emotionale Widerst\u00e4nde st\u00f6\u00dft.\u201c Der Generalsekret\u00e4r des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hat Sarrazin unterdessen nahelegt, zur NPD zu wechseln.<\/p>\n<p>Jedes Kapitel bietet eine weitere Facette des biologistischen Panoptikums. \u201eDas Problem ist nicht, dass die Zahl der Nachfahren von Menschen mit hoher Bildung von Generation zu Generation schrumpft\u201c, schreibt Sarrazin. \u201eDas w\u00e4re nicht so wichtig, wenn alle Menschen gleich begabt w\u00e4ren, dann w\u00e4re Bildung n\u00e4mlich eine reine Erziehungsfrage. Da Bildungsgrad und erbliche Intelligenz aber in einem befruchtenden Zusammenhang stehen, muss es mit der Zeit abtr\u00e4glich f\u00fcr das intellektuelle Potential der Bev\u00f6lkerung sein, wenn Menschen mit hohem Bildungsgrad andauernd eine unterdurchschnittliche und Menschen mit niedrigem Bildungsgrad andauernd eine \u00fcberdurchschnittliche Fertilit\u00e4t haben.\u201c H\u00fcsn\u00fc \u00d6zkanli, der Vorstandsvorsitzende der T\u00fcrkisch-Deutschen Unternehmervereinigung, trifft den genetischen Punkt, wenn er einwendet: \u201eWir tragen zum deutschen Wirtschaftssystem bei, indem wir Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze schaffen, unsere Jugend studiert. Was sollen wir sonst noch machen, um unseren Integrationswillen zu demonstrieren? Uns die Haare blond f\u00e4rben?\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den um die genetische Qualit\u00e4t der Gesamtgesellschaft besorgten Autor indessen f\u00fchrt kein Weg am Einwanderungsstopp f\u00fcr die fertilit\u00e4tsfreudigen Muslime vorbei: \u201eDie einzig sinnvolle Handlungsperspektive kann nur sein, weitere Zuwanderung aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika generell zu unterbinden. Dies erfordert freilich auch, dem hohen und in Zukunft wohl noch wachsenden Einwanderungsdruck mit Energie entgegenzutreten.\u201c<\/p>\n<h3>Entlastungsversuch einer desorientierten Elite<\/h3>\n<p>Damit er\u00fcbrigen sich alle \u00dcberlegungen zu einer kontrollierten Einwanderungspolitik, sofern sie Muslime betrifft. Sarrazin hat sie aus genetischen Gr\u00fcnden storniert, bevor sie losgehen kann. Wie hatte er im \u201eLettre\u201c-Interview im Herbst letzten Jahres zu Protokoll gegeben? Araber und T\u00fcrken, die keine andere produktive Funktion au\u00dfer dem Gem\u00fcsehandel h\u00e4tten oder gar von Hartz IV und Transfereinkommen lebten, m\u00fcssten sich \u201eauswachsen\u201c. Im Kontext des Buches wird das Verb \u201eauswachsen\u201c zur Chiffre f\u00fcr die biologische L\u00f6sung der Integration. Ungl\u00e4ubig fragte der Interviewer seinerzeit nach: \u201eWenn Sie sagen ,auswachsen\u2018, meinen Sie damit, dass die Leute sterben und sich diese Schicht nicht wieder neu generiert durch Kinder, Enkel und so weiter?\u201c Sarrazins Antwort: \u201eNiels Bohr hat gesagt, er hat noch nie jemanden kennengelernt, der seine wissenschaftliche Meinung ge\u00e4ndert hat. Wissenschaftliche Meinungen sind immer nur ausgestorben. Und das ist auch sonst so.\u201c Der Leser versteht: Muslime in unserem Land lassen sich nur integrieren, sofern sie aussterben.<\/p>\n<p>Niemand hindert den Autor Thilo Sarrazin an der Propagierung seiner Thesen. Was nichts daran \u00e4ndert, dass diesem biologistischen Buch die kulturelle Gesch\u00e4ftsgrundlage fehlt. \u201eDeutschland schafft sich ab\u201c erz\u00e4hlt die Untergangsgeschichte einer Nation. F\u00fcr diesen Untergang sollen mit den Muslimen nun sechs Prozent der Bev\u00f6lkerung die Verantwortung \u00fcbernehmen. Es fragt sich, was die anderen 94 Prozent in den letzten Jahrzehnten f\u00fcr die Zukunft ihres Landes getan haben. Sarrazins Buch ist ein Entlastungsversuch einer desorientierten Elite. Kein Zweifel, dass es ein Erfolg wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FAZ, genauer Christian Geyer, hat es in der heutigen Ausgabe zu Sarrazins neuem Buch auf den Punkt gebracht. Lesenswert! Von Christian Geyer (Auszug) [&#8230;] Damit steht die Gesch\u00e4ftsgrundlage f\u00fcr Sarrazins Thesenbau. 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