{"id":413,"date":"2010-10-07T09:36:07","date_gmt":"2010-10-07T07:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=413"},"modified":"2010-10-07T09:40:06","modified_gmt":"2010-10-07T07:40:06","slug":"das-judisch-christliche-csu-igd-abendland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/martin-benninghoff.de\/?p=413","title":{"rendered":"Das j\u00fcdisch-christliche-CSU-IGD-Abendland?"},"content":{"rendered":"<p>Von Martin Benninghoff<\/p>\n<p>Ich finde, der Generalsekret\u00e4r des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hat recht mit seiner \u00c4u\u00dferung zum Thema Wulff und Islam: \u201eDie hierzulande lebenden Moslems sind Teil unserer Gesellschaft. Daher geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch ihre Religion in dieses Land.&#8220; Kramer fordert pragmatische Konzepte, wie eine plurale Gesellschaft zukunftsf\u00e4hig gemacht werden k\u00f6nne. Stattdessen holten Wulff-Kritiker \u201epropagandistische Phrasen aus der politischen Mottenkiste, die den Eindruck erwecken, Deutschland st\u00fcnde unmittelbar vor der Wahl zwischen Grundgesetz und Scharia\u201c.<\/p>\n<p>Da hat Kramer sicher recht, was Wulffs \u00c4u\u00dferung angeht. Als h\u00e4tte der Bundespr\u00e4sident gefordert, die Scharia neben dem Grundgesetz anzuerkennen&#8230;\u00dcbrigens: Wer wei\u00df eigentlich, was die Scharia ist? Die Scharia ist eine Sammlung rechtlicher Vorschriften aus religi\u00f6sen Quellen, die sehr unterschiedlich interpretiert werden. Die Scharia ist deshalb auch von Land zu Land, in der sie gilt, sehr unterschiedlich ausgelegt. Aber das nur am Rande&#8230;<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist die Aufregung mancher Konservativer, die jetzt das &#8222;christlich-j\u00fcdische Abendland&#8220; in Stellung gegen &#8222;den Islam&#8220; bringen, nur ein schwachbr\u00fcstiger Versuch, die Augen weiterhin vor einer Pluralisierung der Gesellschaft zu verschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die logische Konsequenz dieser Schwarz-Wei\u00df-Malerei sind nun auf der anderen Seite die Versuche von Dieter Wiefelsp\u00fctz und anderen Politikern, &#8222;den Islam&#8220; als Religionsgemeinschaft anzuerkennen. In diesen Tagen wird einmal mehr so getan, als seien &#8222;die vier Millionen Muslime in Deutschland&#8220; darauf aus, in einen gro\u00dfen Sack namens Islam gesteckt zu werden &#8211; ein hahneb\u00fcchener Unsinn. Ich kenne schon eine Vielzahl zum Beispiel alevitischer Menschen in Deutschland, denen es vor der Aussicht, in einen Sack mit dem Islamrat oder anderen ultra-r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Islamverb\u00e4nden gesteckt zu werden, graut. Und auch Sunniten, f\u00fcr die Religion ein privates Mittel der Erbauung und Spiritualit\u00e4t ist, haben Angst vor einer weiteren krakenhaften Durchrankung unserer Gesellschaft mit Religion und dem, was manche Funktion\u00e4re als Islam darstellen. W\u00e4re es nicht an der Zeit, diese \u00c4ngste wahrzunehmen?<\/p>\n<p>Stattdessen tun viele Politiker geradewegs so, als sei eine St\u00e4rkung der Religion eine Art K\u00f6nigsweg der Integration. Wer das glaubt, soll sich zumindest mal die programmatischen Aussagen mancher Verb\u00e4nde, wie etwa der<a href=\"http:\/\/www.igd-online.de\"> Islamischen Gemeinde Deutschlands<\/a>\u00a0(IGD), anschauen, die Gr\u00fcndungsmitglied im Zentralrat der Muslime ist.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Die Ansichten so mancher Rechts-Au\u00dfen-CSU-Politiker in punkto Familienbild und Frauengleichstellung d\u00fcrften sich gar nicht so stark von jenen der IGD unterscheiden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Benninghoff Ich finde, der Generalsekret\u00e4r des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hat recht mit seiner \u00c4u\u00dferung zum Thema Wulff und Islam: \u201eDie hierzulande lebenden Moslems sind Teil unserer Gesellschaft. 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